jedes team ist eine gruppe – aber nicht jede gruppe ist ein team!

23.06.2021 

Kennen Sie das nicht auch? Ihre Team-Meetings sind langwierig und bringen nicht den gewünschten Effekt. Ihre Mitarbeiter:innen langweilen sich?

Gerade in Zeiten von Remote Leadership nutzen viele Führungskräfte mit ihren Teams „Dailys“. Eine wunderbare Möglichkeit, das Team morgens zu vereinen, sich gemeinsam auf den Tag einzustimmen, auszutauschen und notwendige Unterstützung zu planen. Zwar findet dieses aktuell vorwiegend vor dem eigenen Screen statt, doch Führungskräfte erzählen uns immer wieder frustriert, dass es mit dem Team nicht funktioniert und Mitarbeiter:innen sich über die „vergeudete Zeit“ beschweren.

Team ist nicht gleich Team
Die Funktionalität fehlt: Mitarbeiter:innen berichten manchmal, dass sie die Dailys als reine Reporting-Veranstaltung erleben würden – alleine dem Zweck dienend, die Führungskraft auf dem Laufenden zu halten. Als echte Hilfe, sich auch in virtuellen Zeiten gut im Team zu organisieren, erleben die Mitarbeiter:innen es nicht. Das eigentliche Ziel wird verfehlt.

Was ist hier also los? Warum funktioniert dieses großartige Tool nicht?

Zwei Aspekte sind entscheidend:

    1. Das Team ist zu groß. Es besteht oft aus mehr als zehn Mitarbeiter:innen. Da liegt auch gleich das Problem. Das Team ist kein Team, sondern ein Zusammenschluss von mehreren Sub-Teams.
  1. Es handelt sich gar nicht um ein Team im engeren Sinne, sondern eine Gruppe von Mitarbeiter:innen unter derselben Führungskraft.

Der Unterschied zwischen Team und Gruppe
Wenn wir in unseren Leadership Trainings den Unterschied „Gruppe – Team – Unterschiedliche Sub-Teams“ genauer aufdröseln, fällt oftmals so mancher Groschen:

  • Team: Ein „echtes Team“ definiert sich über gemeinsame übergeordnete Ziele, wechselseitige Abhängigkeiten und vielfältige Interaktionen in der Zusammenarbeit. Hier ist man aufeinander angewiesen, um erfolgreich zu sein.
  • Sub-Teams: Neben den klassischen Teams begegnen uns in der Arbeitswelt auch Sub-Teams. Zwei oder gar mehrere Teams mit einer Führungskraft, die oft als ein Team bezeichnet werden.
  • Gruppe: Gruppen werden oft als Teams bezeichnet, sie sind aber bei näherem Hinsehen gar kein Team. Die Mitarbeitenden haben unabhängige Aufgabenfelder und individuelle Ziele. Sie sind für die Erreichung Ihrer Ziele nicht aufeinander angewiesen und meist nur aus rein administrativen Gründen zusammengefasst und einer Führungskraft unterstellt. Manchmal stehen sie sogar in einem internen Konkurrenzverhältnis zueinander. Hier machen Dailys eher wenig Sinn. Jede:r ist daran interessiert, möglichst effektiv und effizient seine Ziele zu erreichen. Hier braucht es andere Formate, um Identität zu stiften, Bezogenheit zu schaffen und voneinander zu lernen.

Wie effektiv die Unterscheidung von Gruppe und Teams sind, zeigte uns das Telefonat mit einer Führungskraft, die vor ein paar Monaten an unserem Virtual Leadership Training teilgenommen hat. Sie berichtete: „Also die Erkenntnis, dass ich eigentlich zwei Teams habe und die immer gezwungen habe, sich wie EIN Team zu verhalten, hat echt was verändert.“ Die beiden Teams machen jetzt ihre täglichen Dailys getrennt und sie sei nur noch ab und an dabei. „Ich mache mit jedem Team einmal die Woche ein Team-Meeting von einer Stunde und mit beiden Teams machen wir einmal im Monat ein Gruppen-Meeting für Themen, die beide Teams betreffen.“ Diese Anpassung hat nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Zufriedenheit aller Beteiligten. Die Meetings sind kürzer, zielgerichteter und helfen in der Zusammenarbeit.

Übrigens: Auch gemeinsame Lernschleifen oder Retros zur (virtuellen) Zusammenarbeit in Gruppen oder großen Teams machen wenig Sinn. Hilfreich sind sie immer dann, wenn es wirklich um die gelebte Zusammenarbeit geht. Das kann auch im Projektteam sein.

Wenn Sie sich unschlüssig sind, ob Sie eine Gruppe, ein Team oder mehrere Sub-Teams führen und gerade in der virtuellen wachsenden Zeit vor Herausforderung stehen, freuen wir uns auf Ihre Teilnahme an unserem Virtual Leadership-Training.

Fazit:

  • Ein Bewusstsein der Führungskräfte, ob ihnen eine Gruppe, ein Team oder mehrere Sub-Teams unterstellt sind, ist im Team-Management von Vorteil.
  • Die Unterteilung von Gruppen und Teams hilft vor allem bei der Etablierung sinnvoller und für die Zusammenarbeit nützlicher Kommunikationsrituale.
  • Eine Aufteilung von größeren Teams in Sub-Teams führt zu produktiveren Dailys und Weeklys und motivierten Mitarbeiter:innen.